Gründungszuschuss für Existenzgründer

Wer kann die Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind alle Bezieher von Arbeitslosengeld I, unter Umständen auch anderer Leistungen nach SGB III, wenn sie noch einen Anspruch auf Arbeitslosengeld von mindestens 150 Tagen haben, und mit der Gründung eines Unternehmens ihre Arbeitslosigkeit beenden wollen. Die Gewährung des Gründungszuschusses ist eine Ermessensleistung „das heißt Ihr Vermittler entscheidet, ob sie förderberechtigt sind.
Einige wichtige Punkte werden oft übersehen:

  • Ein Antragsteller muss ALG I beziehen und zwar mindestens einen Tag vor Gründung.
  • Der Restanspruch von 150 Tagen muss eingehalten werden. Es nach nicht gegründet werden wenn das Arbeitslosengeld ausschöpft wurde.
  • Man wird versuchen sie in ein Beschäftigungsverhältnis zu vermitteln.
  • Es liegt im Ermessen des zuständigen Arbeitsvermittlers ob sie einen Gründungszuschuss bekommen, seien sie gut vorbereitet. Am besten mit einem guten Businessplan und einem gutem Finanzkonzept.
  • Mit Erreichen des 65. Lebensjahres endet der Gründungszuschuss.
  • Sollten sie wieder in die Arbeitslosigkeit geraden wird der Anspruch auf ALG I um die Zahl der Tage verkürzt für die der Gründungszuschuss bezogen wurde.

Was wird gefördert?

Gefördert werden alle selbständigen, hauptberuflichen Tätigkeiten, wenn sie die festgelegten Voraussetzungen erfüllen. Es muss sich hierbei um ein tragfähiges, Erfolg versprechendes Unternehmenskonzept handeln, der Antragsteller muss die erforderlichen fachlichen und persönlichen Eignungen für diese Tätigkeit mitbringen und auch die materiellen Voraussetzungen für eine unternehmerische Tätigkeit haben. All diese Voraussetzungen sollten nach Möglichkeit auch zweifelsfrei belegt werden können.
Auch hier sind einige Punkte, die gerne übersehen werden:

  • Die Tätigkeit muss in hauptberuflichem Umfang ausgeübt werden und der zu erwartende Gewinn muss ausreichen, um die Existenz zu sichern.
  • Fachliche Eignungen kann man nachweisen, persönliche Eignung sollte man auch be-weisen: durch Ergreifen der Initiative, Pünktlichkeit, eigenes Engagement und Zuverlässigkeit. Auch als Persönlichkeit muss man überzeugen.
  • Überzeugend sind nur harte, nachprüfbare “Facts” und klare, logische Argumente. Große Träume und sehr großes Selbstbewusstsein allein befähigen noch nicht zur Selbständigkeit. Das sollte man im Auge behalten: Businessplan, Liquiditätsplanung, Rentabilitätsvorschau.

Wie hoch und wie lange ist die Förderung?

Die Förderung läuft in zwei Phasen ab, in der jeweils unterschiedliche Förderhöhen gelten:

  • In der ersten Phase des Gründungszuschusses, die 6 Monate dauert, wird die gesamte Höhe der ALG I Leistung weiterbezahlt. Dazu kommt ein Betrag von 300 EUR zur sozialen Absicherung des Antragstellers.
  • Danach kommt es zu einer Neubewertung: Die Arbeitsagentur prüft die Aktivitäten des Antragstellers während der sechsmonatigen Förderphase und die Tragfähigkeit des Konzepts noch einmal anhand der erreichten Ergebnisse. Die geplanten Ziele für die ersten sechs Monate im Geschäftsplan sollten dabei möglichst erreicht worden sein.
  • Danach kann sich eine zweite Förderphase von insgesamt 9 Monaten anschließen, sofern die Beurteilung erfolgreich ausfällt. Hier wird allerdings nur noch der monatliche Betrag von 300 EUR zur sozialen Absicherung von der Arbeitsagentur geleistet.

Das sollten sie wissen!

Eine Förderung ist nur möglich, wenn die selbständige Tätigkeit hauptberuflich ausgeübt wird. Die nebenberufliche – nichtselbständige – Tätigkeit darf 15 Wochenstunden nicht übersteigen. Auf den Verdienst kommt es dabei nicht an. Die Teilzeit darf durchaus mehr abwerfen, als die hauptberufliche Selbstständigkeit. Zusätzliche Beschäftigungen müssen während des Förderbezugs bei der Arbeitsagentur angegeben werden. Klären Sie unbedingt bereits im Vorfeld mit Ihrem Arbeitsvermittler, ob die geplante Nebentätigkeit zulässig ist und nicht zu einem Abbruch der Förderung führen könnte.

Welche Unterlagen brauche ich?

Den Antrag auf Gründungszuschuss, den bekommen sie vom Vermittler der Arbeitsagentur.
Darüber hinaus sind alle Unterlagen mitzubringen die möglichst die fachliche und persönliche Eignung des Gründers belegen und den zu erwartenden Erfolg der Geschäftstätigkeit.

Der Geschäftsplan oder Businessplan
Im Businessplan werden sowohl das Gründungsvorhaben beschrieben, als auch eine umfassende Finanzplanung und eine Umsatz- und Rentabilitätsvorausschau, die sich mindestens über 3 Jahre erstrecken sollen, sachlich korrekt dargelegt.

Die Tragfähigkeitsbescheinigung
Eine Begutachtung dieses Geschäftsplans durch eine geeignete fachkundige Stelle und eine Bescheinigung über die Tragfähigkeit des Vorhabens sind beizulegen.
Fachkundige Stellen können einerseits die entsprechenden Kammern sein, aber auch Wirtschaftsförderung, Startercenter, Unternehmensberater oder auch Gründerzentren.

Nachweis der Qualifikation
Zum Nachweis der persönlichen und fachlichen Qualifikation kann der Besuch bei einem Vorbereitungskurs oder Existenzgründerseminar notwendig sein. Erfragen Sie bei Ihrem Arbeitsvermittler, was er hierfür erwartet.

Unterlagen im Überblick:

  • ausgefüllten Antrag auf Gründungszuschuss
  • Businessplan mit Kapitalbedarfsplan und Finanzierungsplan
  • Umsatz- und Rentabilitätsvorschau
  • Tragfähigkeitsbescheinigung
  • Lebenslauf
  • Nachweis der Anmeldung der selbständigen Tätigkeit (Gewerbeamt oder Finanzamt)

Für jeden Antragssteller ist es wichtig, sowohl fachlich als auch persönlich zu überzeugen.

Existenzgründung und Gründungszuschuss beantragen
Informieren Sie sich, was Sie vor einer Existenzgründung tun sollten. Erfahren Sie zudem, wie Sie einen Gründungszuschuss beantragen.
https://www.arbeitsagentur.de/existenzgruendung-gruendungszuschuss

Quellen: gruenderkueche.de, arbeitsagentur.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.